Obwohl wir erst am 16. Tage des Brachet von Markt Arnstorf zurückgekehrt waren, machten wir uns bereits am 21. Tage im Brachet erneut auf den Weg.
Leider war unser Davul-Virtuose und Ausrufer Henne an diesem Wochenende verhindert, wurde er doch von seinem Dienstherrn unvorhergesehen zur Dienstverrichtung aufgerufen.
Dieses Mal führte der Weg uns nach Schiltach im Schwarzwald. Konnte doch die Stadt im Rahmen ihres Stadtfestes auf ihr 750-jähriges Bestehen der Gemeinde zurückblicken, bzw. auf die erste Erwähnung der Stadt. Man vermutet, dass Schiltach noch älter sein könnte.
Schiltach, ein sehr schönes Schwarzwald-Städtchen mit vielen alten, gut erhaltenen, Fachwerkhäusern und einer ganz großen Besonderheit: Im Zentrum der Stadt geht es immer nur bergauf. Es gibt einen zentralen Marktplatz mit starkem Gefälle bzw. starker Steigung (je nach dem in welche Richtung man möchte). Und genau das wird noch eine große Herausforderung werden.
Und wie schon die Woche zuvor in Arnstorf gab an diesem Festwochenende SONNE SATT. Für Sonntag wurde sogar der zu diesem Zeitpunkt heißeste Tag des Jahres erwartet, was dann auch so Eintreten sollte. Das Kopfsteinpflaster und die geteerten Straßen sogen die Hitze richtig auf.
Bei unserem Eintreffen wurden wir vom Leiter der Tourist-Info und Marktvogt, Herrn Christian Jäckels, freundlichst begrüßt. Er stattete uns gleich einmal mit einer sog. VIP-Karte aus, damit wir uns bei sämtlichen Tavernen mit Unmengen von Wasser und elektrolythaltigen Getränken versorgen können, um den Durst zu stillen.

Im Weiteren führte er uns dann zu den beabsichtigen Spielorten und gab notwendige administrative Hinweise.
Um 16:00 Uhr erfolgte die Eröffnung des Festes durch den Schulthess Thomas Haas und den damit verbundenen Dankesreden an die Organisatoren und die Mitwirkenden.
Um 16:30 Uhr begannen wir schließlich mit unserer Musik in einer kleinen schmalen Gasse, die zu einem Festbereich mit Bühne umgestaltet wurde.
Wir wurden von den Besuchern und Einwohnern von Schiltach zunächst etwas verwundert angesehen. Hatte man doch mit solch einer seltsam gewandeten Musikgruppe nun überhaupt nicht gerechnet (vorab ein Blick in das Festprogramm hätte Aufklärung gebracht 😉).
Und die verwunderten Blicke wiederholten sich bei den weiteren Auftritten.
Das Ganze war ja auch nicht verwunderlich. Bei diesem Stadtfest gab es keinen Mittelalterbereich und wir waren die einzigen Vertreter des Mittelalters. Also es gab auch keine Gewandeten die umherzogen und das Fest bereicherten.
So klärten wir einleitend zu unseren Musik-Acts die Zuschauer darüber auf, was es mit uns auf sich hatte.
Die Festbereiche waren in der gesamten Altstadt, auf Straßen verteilt und so mussten wir mit unserem Pestmobil kreuz und quer durch den Ort wandeln.
Gegen 20:00 Uhr beendeten wir unser Tagewerk und nun kam, wie schon mehrfach an diesem Tage, ein letztes Mal an diesem Tage die Herausforderung, unser Pestmobil die ca. 8%-tige Steigung zum Rathaus hinaufzuziehen und es im Rathaus zu verwahren.
Wir zogen uns daraufhin in das Vereinsheim des Narrenverein Egehaddel 93 Schiltach e.V. zurück, welcher uns einen kleinen Backstagebereich angeboten hatte, um ungestört vom großen Trubel ein Abendessen einnehmen zu können.
Dafür sei dem Narrenverein Egehaddel 93 Schiltach e.V. und ihrem Mitglied Martin Behrens herzlichst gedankt, welcher das Ganze „angeleiert“ hatte.
Am Sonntag trat schließlich die Wetterprognose ein. Es gab den heißesten Tag des Jahres. Temperaturen um 35 Grad und das in einer Innenstadt. Das war nicht einfach, aber wir gaben unser Möglichstes.
Es gab für uns als Walking Act keine freie überdachte Spielörtlichkeit, so dass wir nach Schattenplätzen suchten.
Während es uns bei unseren beiden ersten Auftritten des Tages noch gelang ein einigermaßen schattiges Plätzchen zu finden, war es für die restlichen Acts nicht mehr möglich.
Auch beim Auftritt auf der Hauptbühne stand die Sonne ungünstig für uns, so dass es nicht wirklich Erleichterung gab.
Den Folge-Act mussten wir sodann in praller Sonne bei großer Hitze spielen. Es war nirgends ein schattiger Ort zu finden.
Nachdem sich schließlich auch nach der ca. einstündigen Pause nach diesem Act keine Möglichkeit auftat, wurde in Absprache mit Veranstalter der letzte Auftritt aus Gründen des Gesundheitsschutzes abgesagt.
Es bleibt im Fazit festzuhalten: auch wenn die allermeisten Besucher mit dem Thema Mittelalter nichts anzufangen wussten, gab es doch eine stattliche Anzahl Besucher die unsere Konzerte schön fanden, ein Teil dieser Besucher sogar nachgefragt hat, wann wir denn das nächste Mal auftreten und wo. Man folgte uns, um unsere Lieder zu hören.
Wir bedanken uns bei den Besuchern und Einwohnern von Schiltach, die unsere Konzerte verfolgten, uns Applaus für unser Wirken spendeten und unsere Gesänge lobten.
Ein ganz großes Dankeschön an Marktvogt Christian Jäckels, welcher sich stets um unser Wohlsein bemühte, uns jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung stand und uns gut durch die beiden Tage „führte“.
Ein ganz besonderes Dankeschön an den Schultheß, Herrn Thomas Haas, dafür, dass wir den Zuschlag erhalten haben, die Jubiläums-Feier 750 Jahre Stadt Schiltach mit unserer mittelalterlichen Marktmusik abzurunden. Danke auch für die hervorragende Versorgung während dieser Hitzeschlacht.










